Reiseschatullen – Elke Werneburg

Reiseschatullen

Elke Werneburg

Reisen? Unterwegssein, Abenteuerlust, Fremde, Begegnungen… Für Elke Werneburg als Künstlerin heißt Reisen auch: Finden! Nicht etwa Suchen, sondern Finden. Damit gemeint ist der offene, unabsichtliche, ergebnisoffene Blick in die Welt.
So kommt Werneburg zu vielen Fundstücken. Gemeinsam ist ihnen: In den Augen der Welt sind sie mehr oder weniger wertlos. Gemeinsam ist ihnen außerdem der Zauber, den sie entwickeln können unter einem offenen, empathischen, wachen Blick. Dann sind sie schön, berührend,
interessant, aufschlussreich: Bonbonpapier, Kronkorken, zur Unkennbarkeit zertretene Kunststoffteilchen, von der Zeit geschliffene Glas- oder Porzellanscherben, Stofffetzen, Steine, Plastikzeugs. Farbiges, Rundes, Schroffes, Glitzerndes, Rätselhaftes…
Im Kern geht es hier um ästhetische Erfahrung, die zu tun hat mit Wertschätzung: unvoreingenommene, unmittelbare, wertschätzende Aufmerksamkeit für das Hier und Jetzt. Aus dieser Erfahrung heraus entstehen Werneburgs Schatullen-Arbeiten. Und diese Erfahrung wird
auch möglich in der Rezeption.
Exemplarisch in ihrer Anschaulichkeit und Deutlichkeit: die Reiseschatullen voller Miniatur-Fundstücke. Fertiggestellt (2015) sind sieben: Berlin, Goa, Lissabon, Korfu, Marokko, Paris, Venedig; vielleicht entsteht in New York eine achte. – Die Ausstellungsauswahl: Berlin, Goa, Paris. – Jede Schatulle ist erstens eingebettet in eine gefundene länderspezifische Plastiktüte.
Beigelegt ist zweitens ein Heftchen mit Kurzinfos zu Fundorten etc. Sämtliches Material ist secondhand.
Aufschlussreich ist, worum es sich hier nicht handelt: Die Fundstücke sind nicht kunstkonventionell aufbereitet; nicht aufgewertet durch gestalterische Einbindung in einen neuen, sinnstiftenden Kontext – etwa eine Montage, eine Installation, eine Skulptur. Sondern sie bleiben ›sie selbst‹: Fundstücke – mit einem Zuhause in ihrer Schatulle. Von Reisen, von Orten der Welt wird hier berichtet durch Präsenz der Dinge und ihre ästhetische Erfahrbarkeit.

www.elkewerneburg.de

Foto credit  www.martin-liebermann.de  Text  www.adele-gerdes.de

Curator : Nabi Nara

copyright www.somagallery.de

‘Zweiter Wahlgang’ – Wu Zhi & Alexej Tchernyi

‘Zweiter Wahlgang’ – Politische Gefangene
‘Second Poll’ – Political Prisoners

Wu Zhi and Alexej Tchernyi

When we walk into a voting booth , we’d like to think that we are making a considered decision, based on the issues.
A properly functioning democratic system, which gives its citizens the power to choose their leaders requires that voters are rational and that society can trust them to make sound judgments.
Although we would like to assume that voters are rational when it comes to electing their leaders, it seems, people are heavily influenced by the images that politicians project.
An important, and as yet unanswered, question concerns the accuracy of judgments based on facial appearances:
Or, more broadly, can you tell something about a political candidate solely from his or her appearance?
Are they real?

The artists duo Wu Zhi and Alexej Tchernyi, fascinated by politician’s voting posters regardless of their party, collected them on the street of Berlin and converted them as thier playful canvases.
‘Zweiter Wahlgang’ – Politische Gefangene is the artistic play and game responding to the images which politicians want to project to its society.

‘Zweiter Wahlgang’ by Wu Zhi and Alexej Tchernyi is presented as SOMA Art Gallery’s long-term curatorial project ‘Duos’.

curator : Nabi Nara

 
                  copyright www.somagallery.de